Das heutige Thema sind die Arendaler Eisengruben, im speziellem die Bråstad  Grube. Es folgen ein paar Information und Theorie. Am Ende habe ich Videomaterial eingefügt. Viel Spaß.

Lage und Anfahrt

In der Umgebung der südnorwegischen Stadt Arendal an der E 18 gibt es eine Anzahl alter Eisenerzgruben und Steinbrüche, von denen hier die um Solberg, Bråstad und Klådeborg beschrieben werden. Solberg liegt nur rund 1 km westlich der Außenbezirke der Stadt nahe einem kleinen See 500 m südlich der R9 (nach Evje). Ein Fahrweg führt durch eine kleine Gehöftgruppe zu den alten Gruben, die seit über hundert Jahren verlassen sind. Auch sind in dem Waldgebiet zwischen Solberg und Klådeborg mehr Wege angelegt worden, als es die Karten ausweisen. Klådeborg, etwa 1,5 km weiter im Süden, kann man von Solberg aus (zu Fuß) auf einem solchen Waldweg erreichen, mit dem Auto auf einer Fahrstraße, die südlich Arendals von der R 407 nach NW abzweigt (Bråstad ist wie Solberg von der R 9 aus anzufahren. 600 m westlich von Solberg biegt man nach Süden in eine nach “Grimstad” ausgeschilderte Straße ein, von der kurz nach der Eisenbahnunterführung ( ab Abzweigung 600 m ) ein schmalerer Fahrweg nach Westen zur Grube führt. Sowohl hier wie auch bei den anderen beiden Gruben liegen im Umkreis um die Hauptgrube zahlreiche weitere Grubenlöcher und Pingen mit großenteils überwachsenen Halden.

Geologie

Die stark metamorphosierten, granitisierten und in ihrer Tektonik komplizierten Gesteine der Gegend um Arendal sind Teil der Kongsberg-Bamble-Formation. Trotz wiederholter regionaler Gesteinsumwandlungen sind neben den jüngeren gabbroiden Intrusionsmassen (vorwiegend Olivin-Hyperite aus Olivin, Labradorit und Diallag sowie Biotit, Titanomagnetit, Apatit und Pyrrhotin) jedoch auch die älteren super- und interkrustalen Gesteinsserien noch zu erkennen: Quarzite, Glimmerschiefer, Sillimanit-Gneis und Kalksteine (metamorphosierte Sedimentgesteine, oft recht grobkörnig), Bändergneise aus Amphibolit, Biotit-Quarz, Quarz-Plagioklas- und Quarz-Mikroklin Gneis (gelegentlich mit Kalksteinen und Glimmerschiefern und -gneisen), rekristallisierte Quarz-Plagioklas-Gneise (die große Flächen bedecken), schließlich die Charnockite (ihrer Zusammensetzung nach Norite bis Hypersthen-Granite, die von Hyperit-Gängen durchzogen werden und ihrerseits Gänge und Apophysen im Hyperit bilden). Die Erzvorkommen bei Arendal sind teils linsen- und schlierenförmige Lager in Graniten im NO-Streichen der Gneise und Schiefer (z. B. Solberg), teils stehen sie in enger Verbindung mit den kalkigen Sedimenten und bilden Zwischenlagen in einer gefalteten Folge quarzi- tischer, dioritischer, amphibolitischer und granitischer Gesteine. Die meisten der recht kleinen alten Gruben (25-75 m lang, meist nur wenige Meter breit, bis über 200 m tief) waren in der Übergangszone zwischen Amphibolit und Charnockit in zwei SW-NO parallel zueinander verlaufenden Strecken eine hinter der anderen angelegt. Diese Skarneisenerzlager ähneln sehr den aus der mittel schwedischen Leptitformation beschriebenen.

Mineralbestand

Unter dem Fundortnamen “Arendal” werden in vielen Sammlungen Mineralien geführt, die teils aus den Eisenerz-Lagerstätten, vor allem den Skarnen, teils (wie etwa Euxenit, Gadolinit, Fergusonit, Thorit,Orthit usw.) aus Granitpegmatitgängen rund um Arendal, z. B. vonTromøy, Brüchen im Norden der Stadt, oft auch von weiterher stammen. Einziges Erzmineral ist Magnetit, der außer Hornblende, Glimmer, Feldspat und Quarz auch cm große Zirkonkristalle enthalten (Lyngrot-Grube im SW Arendals) oder aber wie im schwedisch-lappländischen Gällivare Körner bis faustrgroße Stücke von Apatit führen kann wie in Solberg. Ab und zu hat das Erz Brekzienstruktur. Bekannt sind aus den Gruben der aus geschichteten Lagern stammende “Kolophonit”, ein feinkörniges Aggregat aus vorwiegend Granat und Vesuvian, sowie der “Kokkolith”, ein rundkörniges, diopsidisches Augit-Aggregat aus dem Kontakt. Weiter wurden den Skarn lagern gefunden: Amphibol, Analcim, Anatas, Apophyllit, Axinit, Azurit, Babingtonit, Cahnit, Calcit, Chabasit, Chalkopyrit, Chlorit, Chondrodit, Datolith (“Botryolith”), Epidot (auch Mangan-Epidot?) Feldspäte (Albit: “Hyposklerit”, Mikroklin, Plagiokias), Fluorit, Granat (außer im Kolophonit Andradit und Grossular in gut ausgebildeten Kristallen), Graphit, Glimmer (Biotit, Muskovit, Phlogopit), Haematit, Heulandit, Malachit, Markasit, Mesolith, Molybdänit, Monazit (als “Kryptolith” Nädelchen in Apatit), Natrolith, Nickelin, Olivin, Orthit, Pleonast, Prehnit, Pumpellyit, Pyrit, Pyroxen (außer im Kokkolith auch Diopsid Kristalle), Quarz, Rhodonit, Rutil, Serpentin, Silber, Skapolith, Skolezit, Skutterudit, Sphalerit, Stilbit (und die Varietät Stellerit), Talk, Tetraedrit, Thomsonit, Titanit, Turmalin (Schörl), Vesuvian (in guten Kristallen), Zirkon, Zoisit (und die Varietät Thulit) sowie Anthracit.

Fundmöglichkeiten

Vorsicht beim Aufsuchen der alten Gruben, Pingen und Schürfe. Viele von ihnen sind nicht oder nur notdürftig gesichert! Die bekannteren Arendaler Mineralienarten (Granat und Kolophonit, Diopsid/Augit und Kokkolith, Vesuvian, auch Zeolithe u.a.) lassen sich auch heute noch finden, wenn man sich die Muhe macht, die nur teilweise von Sammlern oder bei Wegearbeiten aufgeschlossene Halden zu durchsuchen (von denen es im Walde unzählige gibt). Emphehlenswert ist auch der Besuch der Abbaue von Tromøy.

Die Bråstad Grube

Befindet sich etwa 4 km nordwestlich vom Arendaler Stadtzentrum entfernt, in der Nähe vom Stoa Einkaufszentrum.

Das Gebiet war vor 1993 der Gemeinde Øyestad zugeordnet. Die Grube ist nach dem Hof Bråstad benannt, und der Hof wurde lange Zeit zusammen mit der Grube als sogenannter “Grubenhof” betrieben. Die Gruben von Bråstad wurden im 17. Jahrhundert angelegt und um 1800 herum in Betrieb genommen. Der Abbau wurde in den 1870er Jahren eingestellt. Da waren die meisten norwegischen Eisenhütten bereits geschlossen.

Die Hauptgrube in Bråstad heißt Gyldenløve-Antoinette . Diese befindet sich westlich der Eisenbahn. Die anderen Gruben in der Gegend östlich der Eisenbahn wurden Ende der 1840er Jahre geschlossen. Einige der Gruben sind mit Betonabfällen gefüllt, andere sind mit Müll gefüllt.Die erste Betriebsperiode war von 1650-1882 für Fritzøe Jernverk.

In den Jahren 1906-1907 gab es einen Probebetrieb in der Gyldenløwe und Antoinette Grube für die A / S Malmexport. In den Jahren 1916-1921 gab es Abbau in Gyldenløwe und Antoinette Minen für die A / S Braastad Jerngruber. Im Jahr 1941 gab es einen sporadischen Abbau. In den Jahren 1952-1975 war die Grube für Christiania Spigerverk aktiv. Die Bråstad Grube war die Eisenmine mit der längsten Laufzeit im Arendal Feld .

Da trybe anscheinend nicht in der Lage ist eine Youtube Verlinkungen mit Vorschaubild anzubieten folgt der trockene Link

https://youtu.be/seniAi-UiCk

 

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