Sind ETFs so wichtig? Die vorläufige Ablehnung seitens der US-amerikanischen Börsenaufsicht SEC hat ja den Bitcoinpreis eher unbeeindruckt gelassen. Im Vorfeld hat die Mehrheit der Krypto-Community mit dieser Entscheidung gerechnet.

ETFs?

Übersetzt man den englischen Begriff für ETF ‚Exchange Traded Fund‘, so ist schon das meiste erklärt: börsengehandelter Indexfond. Schön wäre es, wenn andere Begriffe auch so leicht verständlich wären. Dieser Indexfond spiegelt die Wertentwicklung eines Indexes 1:1 wieder. Im Fall von Bitcoin (BTC), die Wertentwicklung von Bitcoin. Möglich wären aber auch andere Kryptowährungen, Rohstoffe, Anleihen oder Aktien. Wie eine Aktie kann der ETF-Fond mit den jeweiligen Vermögenswerten an einer Börse gehandelt – also gekauft und verkauft – werden. Die Anlagegelder kommen in einem Fond und werden treuhänderisch von einer Depotbank sicher verwahrt und verwaltet. Der Fond selber gibt anschließend entsprechend Aktien aus, die das Eigentum an den Vermögenswerten repräsentiert.

Interessanterweise gibt es bei Bitcoin-ETFs inhaltlich einige Unterschiede:

  • ETFs, mit Bitcoin-Derivaten. Diese ETFs basieren nicht auf physischen, also tatsächlichen Bitcoin-Beständen, sondern auf dem Handel mit unter anderem Bitcoin-Futures. Das ist der Fall beis den BTC-ETFs von Direxion und Proshares.
  • ETFs, die BTC physisch verwalten, wie zum Beispiel der VanEck/SolidX (in Kooperation mit der Chicago Board Options Exchange).

Am 22. August 2018 hat sich die SEC gegen die Bitcoin-Derivate-ETFs von Proshares, GraniteShares und Direxion entschieden. Hat dann aber ihre Entschiedung kurz daraufhin wieder rückgängig gemacht. Näheres dazu unter folgendem Link: SEC überprüft ihre Bitcoin-ETF-Ablehnung – ProShares, Direxion und GraniteShares

SEC hat Verantwortung

Als verantwortungsvolle Aufsichtbehörde muss die SEC natürlich alles, was auf der Börse gehandelt werden soll, vorher überprüfen, um Anleger vor möglichen Risiken so gut wie möglich zu schützen. Schließlich ist Kapital im Spiel und wenn ein ETF einmal an der Börse notiert, kann jeder investieren. Wer schon länger dabei ist weiß nur zu gut, wie volatil der Bitcoinpreis und mit ihm der gesamte Kryptomarkt ist. Potenzielle Risiken müssen von allen Seiten durchleuchtet werden, bevor das Kind in den Brunnen fällt, denn das würde bedeuten, dass das Vertrauen in Bitcoin und im Kryptomarkt passé wäre. So gesehen ist es daher im Interesse aller, einen professionellen – statt einen Wild West – Kryptomarkt zu haben, wo nur die Einflussreichsten – meist Insider – ‚dicke Kohle‘ machen.

Es ist wünschenswert, dass Manipulationsmöglichkeiten und Investitionsrisiken gering gehalten werden. Vor allem ersteres. Ich denke, dass es der SEC nicht entgangen ist, dass es immer wieder Stimmen gibt, die von Marktmanipulationen sprechen, besonders rund um Tether. Tether ist ein Stable Coin, der den US-Dollar 1:1 digital abbilden und als sicherer Hafen dienen soll. Ob das Unternehmen wirklich so viel US-Dollar besitzt, wie es Tether hat, ist immer noch nicht bewiesen. Ich persönlich habe nichts gegen Stable Coins, aber bei Tether bekomme auch ich ein äusserst ungutes Gefühl. Solange das Kapitel Tether nicht abgeschlossen ist – egal welchen Ausgangs – wird es der Glaubwürdigkeit des Kryptomarkt eher schaden und für Unsicherheit sorgen. Für eine umfangreiche Akzeptanz aber braucht es Vertrauen! Wie heißt es so schön? Geld basiert nur auf Vertrauen.

Potenzielle Risiken

Der Verwalter eines Bitcoin-ETF-Depots, beziehungsweise Fonds könnte bankrott gehen. Die internationalen Kryptobörsen sind noch immer nicht vollständig reguliert. Dauert eine Regulierung eigentlich immer so lange? Welchen Part könnten dEX, also dezentrale Börsen zukommen? Könnten diese als neutrale Player für eine Börsenaufsichtbehörde in Frage kommen? Das würde auch das Hackerrisiko minimieren. Erst im Juni 2018 fiel die südkoreanische Kryptobörse Bithumb (etwa 31 Millionen US-Dollar Verlust) einem Hackerangriff zum Opfer und kurz davor war die südkoreanische Kryptobörse Coinrail (etwa 40 Millionen US-Dollar Verlust) betroffen. Es gibt auch immer wieder DDOS-Attacken gegen Kryptobörsen, wie neulich bei BitMEX.

We are currently under DDoS and are working to mitigate. Requests reached > 7million/minute at our edge and declining.
— BitMEX (@BitMEXdotcom) 22. August 2018

Marktmanipulationen, Insidertrading… sind nicht vom Tisch. Und last but not least bleibt der Bitcoinpreis weiterhin ziemlich ungebändigt, beziehungsweise volatil – und das auch, weil die Regulierung fehlt. Mit Regulierung meine ich aber nicht ‚tot-regulieren‘. Wohlbemerkt.

Hoffnung VanEck SolidX Bitcoin ETF?

Ein Hoffnungsschimmer liegt zur Zeit auf dem VanEck SolidX Bitcoin ETFBitcoin ETF, der sogar eine Versicherung im Angebot haben soll. Am 30. September wird die SEC sich dazu äussern – kann aber ihre Entscheidung bis Ende Februar, Anfang März herausschieben. Ein physischer Bitcoin-ETF ist bei weitem transparenter, vor allem in Sachen Wertentwicklung. Nichtsdestotrotz muss dieser physische Wert auch gut verwahrt werden. Könnte da jetzt Ledger ins Spiel kommen? Ein kleiner Scherz am Rande. Jedenfalls erscheint mit ein physischer ETF viel vertrauenswürdiger und realer. Es gäbe einen Hardcore-Trader mehr, der Bitcoin kauft, hält, verkauft, wie jeder andere in der Bitcoin-Community auch und nicht nur jemand, der von aussen mitmischt, als würde es sich um ein Bitcoin-Virtual Reality-Spiel handeln.

Was würde eine Zustimmung der SEC bedeuten?

Im allgemeinen würde ein OK seitens der SEC den Kryptomarkt beflügeln, da eine Entscheidung von offizieller Seite dem Markt mehr Legalität verleihen würde. Investoren wären zuversichtiger. Das wiederum würde die Nachfrage nach Kryptowährungen erhöhen. Resultat: Anstieg der Preise auf dem Kryptomarkt. Und ein physischer ETF wie der VanEck SolidX Bitcoin ETF würde ja tatsächlich noch einen realen Player mehr auf dem Markt darstellen, der an die begrenzte Anzahl von Bitcoins will, um mit diesen zu handeln.

Source Image: Pixabay

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