Bitcoin Futures. Sind sie tatsächlich so wichtig für Bitcoin & Co.? Wer handelt bis dato überhaupt mit Bitcoin Futures? Da hätten wir die CME (Chicago Mercantile Exchange) und die CBOE (Chicago Board Options Exchange). Die erste von beiden, die den Handel von Bitcoin Futures einführte, war die CBOE, genau genommen am 10. Dezember 2017. Sieben Tag später, am 17. Dezember 2017, folgte die CME.

  • Ein CBOE – Vertrag repräsentiert 1 BTC (XBT)
  • Ein CME – Vertrag repräsentiert 5 BTC (BTC)

Der Bitcoin Future Markt wird in bar abgewickelt, das heißt werden keine realen Bitcoins gekauft.

Kurz erklärt: Was sind Futures?

Futures heißen zu deutsch Terminkontrakte. Hierbei handelt es sich um eine Abmachung zwischen zwei Parteien – Käufer und Verkäufer – einen Vermögenswert (normalerweise Rohstoffe, Ressourcen, Edelmetalle) zu einem bestimmten Preis zu kaufen bzw. zu verkaufen. Der Liefertermin liegt allerdings in der Zukunft. Der Käufer spekuliert natürlich auf einen Kursgewinn zum Lieferzeitpunkt. Der Verkäufer möchte sich dagegen gegen Kursabstürze absichern.

Ergo: Steigt der Preis macht der Käufer ein gutes Geschäft, fällt der Preis, macht der Verkäufer ein gutes Geschäft.

Die Position des Käufers nennt man Long Position, die des Verkäufers Short Position.

Wer steckt hinter CME und CBOE?

Schauen wir uns beide Börsen etwas genauer an. Wer steckt dahinter? Wer sind die Gesellschafter bzw. Aktionäre?

CME-Group

Die größten Anteile besitzen:

  1. Capital Research and Management Company (CRMC) – Tochtergesellschaft von Capital Group. Capital Group (1931 gegründet) ist eine US-amerikanische Investmentgesellschaft. Laut Angaben bei Wikipedia verwaltet es ein Vermögen von 1,39 Billionen US-Dollar. Gemäss einer Studie der ETH-Zürich ist es das zweiteinflussreichste Unternehmen der Weltwirtschaft.
  2. Vanguard Group ist das weltweit größts US-Fondshaus: Anbieter von Publikumsfonds und zweitgrößter Anbieter von Exchange Traded Funds (ETFs). Gegründet (1975) von John C. Bogle.
  3. SSgA Funds Management, Inc. (State Street Global Advisors) – ist die Investment Management Abteilung von State Street Corporation (gegründet 1792) und kümmert sich hauptsächlich um ETFs.
  4. BlackRock ist mit 6,3 Billionen US-Dollar (12 Nullen!) der größte Vermögensverwalter der Welt. CEO ist Laurence bzw. Larry Fink. Es heißt er wäre der mächstigste Mann der Wall Street. iShares ist weltweit führender ETF-Anbieter und gehört BlackRock.

Sehenswerte Doku: Blackrock: Geld regiert die Welt.

Bleiben wir beim mächtigsten Mann der Wall Street, Larry Fink, und seine Aussagen über Bitcoin (BTC), die man bei Google so findet. Da merkt man erst einmal, wie  unterschiedlich Berichtserstattungen sein können.

2017 resumiert ein Interview bei Bloomberg TV Finks Einstellung zu Bitcoin bzw. Kryptowährungen ganz gut. In Kürze:

  • Kryptowährungen sind eine spekulative Plattform in Asien und werden stark für Geldwäsche genutzt.
  • Es identifiziert, wie viel Geldwäsche in der Welt betrieben wird und wie viele Menschen Währungen von einem Ort zum anderen bewegen.
  • Es gibt Potenzial für digitale Währungen (digital currencies).
  • Mit der Schaffung einer echten globalen digitalisierten Währung hätte man keine Geldwäsche mehr. Bedenken: Cyberprobleme.

Juni 2018. Blockchain ist transparent. Bitcoin ist Betrug, nachzulesen bei fondsprofessionell.de:

  • Die meisten User nutzen Bitcoin für illegale Geschäfte, Drogen oder Geldwäsche. Sie interessiert es nicht, dass Broker hohe Gebühren verlangen.
  • Dass große US-Bankkonkurrenten wie Goldman Sachs und JP Morgan ihre anfängliche Skepsis abgelegt haben und inzwischen mit der Kryptowährung Geschäfte abwickeln, erklärt der Blackrock-Chef damit, dass die Geldhäuser die wahre Identität ihrer Kunden kennen. Alles andere wäre auch illegal.
  • Das Interesse werde drastisch schwinden, sobald Regierungen Kryptowährungen so stark regulieren wie andere Finanzinstrumente.
  • Der Bitcoin wird scheitern, lautet das Fazit des Blackrock-Chefs. Zwar glaubt er daran, dass eine transparente Kryptowährung das Geldsystem für immer verändern könnte – allerdings nicht zum Besseren. ‘Denken Sie daran, wie es für Italien oder Griechenland mit dem Euro ist’, mahnt Fink im Interview. ‘Wenn wir eine globale Währung hätten, wäre die ganze Welt in derselben Situation. Wünschen Sie sich das besser nicht.’

Juli 2018. Reuters schreibt: BlackRock is evaluating cryptocurrencies, CEO Fink says. Ein etwas irreführender Titel. Klarer wird es erst, wenn man weiterliest:

[…] der weltweit größte Vermögensverwalter hat eine Arbeitsgruppe zusammengestellt, um sich mit Blockchain-Technologie und Kryptowährungen wie Bitcoin zu befassen, warnte aber davor, dass er keine massive Investorennachfrage sieht.

CBOE

Die größten Anteile besitzen:

  1. T. Rowe Price Group –  eine in den USA ansässige globale Vermögensverwaltungsgesellschaft. Deren Institutionelle Hauptaktionäre sind: Vanguard Group, Blackrock, State Street, JP Morgan Chase usw.
  2. Vanguard Group
  3. BlackRock

Interessanterweise stehen  hinter beiden Börsen – CME und CBOE – BlackRock sowie Vanguard. Wie steht Vanguard zu Bitcoin?

Januar 2018

  • CEO Tim Buckley: ‘Sie werden nie einen Bitcoin-Fonds von uns sehen.’
  • Jack Bogle, Gründer von Vanguard: ‘Vermeide Bitcoin wie die Pest. Habe ich mich klar ausgedrückt?’, nachzulesen bei msn.com

BlackRock, Vanguard und State Street werden als die Big 3 bezeichnet, als die Gigabanken der Megabanken. Dahinter stecken reiche Personen und Familien.

Warum hat sich die US-amerikanische Börsenaufsicht SEC bislang gegen Bitcoin ETF-Anträge entschieden?

Offiziell und in Kürze: Wegen der hohen Volatilität, Manipulationen, fehlenden Regulierungen und weil Bitcoin-Futuresmärkte nicht von signifikanter Größe sind.

Hoffnung: VanEck SolidX – Bitcoin ETF

Alle Augen und Hoffnung sind nun auf dem VanEck SolidX Bitcoin ETF gerichtet. Bei ihrem dritten Versuch kooperiert das Investment-Management-Unternehmen VanEck mit dem Blockchain-Unternehmen SolidX zusammen und stützt den Fond auf reale Bitcoins statt auf Futures. Jede Aktie des VanEck SolidX Bitcoin Trust soll satte 200.000 US-Dollar kosten. CEO Jan Van Eck ist der Meinung, dass sich Bitcoin zu einer legitimen Anlagemöglichkeit entwickelt hat, zu einer Art digitalem Gold, das für die Portfolios der Anleger sinnvoll sein könnte. Der physisch abgesicherte Bitcoin-ETF wird dem Preis von Bitcoin ausgesetzt sein. Zusätzlich wird eine Versicherungskomponente Aktionäre vor operativen Risiken der Beschaffung und des Haltens von Bitcoin schützen. (Quelle: CNBC).

Die wichtigsten Unternehmen im Portfolio von VanEck?

  • Newmont Mining Corp (NEM) – ist laut Wikipedia der zweitgrößte Goldproduzent der Welt. Größte Aktionäre dahinter: BlackRock und Vanguard
  • Barrick Gold Corp –  ist laut Wikipedia das größte Goldbergbauunternehmen der Welt.
  • Kirkland Lake Gold Ltd

Auf den Punkt gebracht: VanEck investiert in Gold

Schaut man sich die Aktie von Newmont Mining an, so lautet der einleitende Satz von boerse.de: Anleger verloren mit Newmont Mining-Aktien seit 2008 insgesamt -22,8% ihres eingesetzten Kapitals. Und auch bei Barrick Gold sieht es nicht besser aus: Kurs rutscht unter das Jahrestief. Schuld daran ist der starke US-Dollar.

Summa summarum: VanEcks hauptsächliches Geschäft ist das Edelmetall Gold. Der Wert des physischen Goldes leidet allerdings unter einem starken US-Dollar. Könnte beides der Grund sein, warum sich VanEck für Bitcoin interessiert? Das als oft bezeichnete ‘digitale Gold’.

Eine Entscheidung seitens der SEC zum VanEck SolidX-Bitcoin ETF Antrages soll am 30. September 2018 fallen. Allerletzte Möglichkeit wäre Ende Februar/Anfang März 2019. Viele gehen davon aus, dass sich die SEC wohl noch bis nächstes Jahr Zeit lassen wird.

Hoffnung: Elad Roisman

Elad Roisman ist nun seit kurzem neues Mitglied der SEC. Schlagzeilen bezeichnen ihn als Pro-Krypto. Der neue Kommissar ist der dritte Kandidat von Präsident Donald Trump für die SEC und übernimmt das Amt von Michael Piwowar, der im Juli zurückgetreten ist. Roisman schließt sich Kommissarin Hester Peirce auf der Liste der Kommissare an, die die ETFs unterstützen. Letztere gibt sich als Verteidigerin von Krypto-Währungen und fordert, dass die SEC als Wachorgan für Innovationen in diesem Sektor fungiert.

Gold- und Bitcoinpreis-Charts fast identisch

“Unheimlich! Historischer Gold- und Bitcoinpreis-Chart fast identisch” – so lautet der Artikel des bitcoinist.com. Die Grafik vergleicht die Performance von Gold in den letzten 43 Jahren mit der von Bitcoin seit seiner Gründung. Ursprünglich wurde sie von Nunya Bizniz, via Tweet veröffentlicht.

Und während Bitcoin und Gold eine ähnliche Leistung zeigen, behaupten einige, dass die Kryptowährung mehr Nutzen hat als das Edelmetall. Der US-Volkswirt Paul Krugman zum Beispiel hat kürzlich erklärt, dass Gold tot ist… Bitcoin hat mehr Nutzen als Gold.

US-Präsident Trump ist ein Verfechter des Goldstandards

US-Präsident Donald Trump ist ein Verfechter des Goldstandards und hat immer wieder eine Wiedereinführung gefordert. Im Internet gibt es einige interessante Artikel dazu zu lesen. Empfehlenswert ist der vom Contra Magazin: Führt Trump den Goldstandard wieder ein? Der republikanische Abgeordnete Alex Mooney reichte einen Gesetzentwurf (H.R. 5404) ein, um die Goldbindung des US-Dollars einzufordern. Darin steht unter anderem, dass seit 1913 – mit dem Ende des Goldstandards – der US-Dollar 96 Prozent seiner Kaufkraft verloren hat! Die Kontrolle der Geldmenge soll von der Fed wieder an den Markt gehen.

Möglich wäre ein Goldstandard für den Dollar anscheinend nur, wenn die ganze Welt ebenfalls zum Goldstandard übergehen oder es den goldunterlegten US-Dollar nur in den USA geben würde. Letzteres aber würde das Ende des US-Imperiums in der Weltwirtschaft bedeuten, von daher ist es wohl unwahrscheinlich.

Ist Bitcoins Abwärtstrend gewollt?

Unser weltweites Finanzsystem gerät aus den Fugen. Auf mittlerweile 164 Billionen Dollar belaufen sich die Schulden weltweit. Geld ist immer weniger Wert – bestes Beispiel ist Venezuela in diesem Jahr mit einer Inflation von 1.000.000 Prozent!

2009 kommt Bitcoin ins Spiel. Eine dezentrale, kryptographisch abgesicherte digitale Währung. Der Erfinder unbekannt. Das einzige bekannte: er agierte unter dem Pseudonym Satoshi Nakamoto. Be your own bank (Sei deine eigene Bank) lautete der Slogan der neuen Währung. Wie Bargeld kann jeder halbwegs anonym Bitcoin an eine andere Person im Bitcoin-Netzwerk transferieren und das ohne das Dazutun einer Bank.

Durch seine Eigenschaften, an erster Stelle wegen seiner Dezentralität, kann Bitcoin nicht einfach wieder ‘abgeschalten’ werden. Bitcoin hat einen Wert und wurde bislang auch nicht weltweit verboten (ein weltweites Verbot erscheint mit auch unwahrscheinlich und wäre wohl auch kontraproduktiv, bzw. würde wohl genau das Gegenteil erreichen). Es sieht mir sehr danach aus, dass Bitcoin als ein digitaler Währungsvorschlag aus inmitten unserer Gesellschaft heraus entstanden ist. Nicht von oben. Nein, einfach von jemanden oder einer Gruppe mit einer genialen Idee und technologischem Kwo How. Als ein Lösungsvorschlag für unsere krankenden Finanzwelt, in der Geld immer weniger Wert ist. Eingeführt zum besten Zeitpunkt, 2009, genau nach der Wirtschaftskrise. Was wir daraus machen werden, bleibt wohl uns überlassen.

Mit Bitcoins Popularität sind nun auch diejenigen hellhörig geworden, die die Fäden in unserer  Finanz- und Weltwirtschaft schon seit vielen Jahrzehnten ziehen. Ich würde mal behaupten recht spät, vielleicht erst Ende 2017. Und ich würde auch sagen das Ganze passierte recht überraschend. Keiner hatte damit gerechnet, dass Algorithmen die alt eingesessene traditionelle Banken- und Finanzwelt mal so revolutionieren könnten. Wer hätte im Zeitalter des Briefes gedacht, dass es einmal die E-Mail geben könnte? Als man sich bewußt wurde, dass mit Bitcoin eine Alternative am Entstehen ist, waren bereits schon viele verkauft, bzw. im Umlauf. Ungünstig, denn die Gesamtzahl aller je existierenden Bitcoins ist auf nur 21 Millionen begrenzt.

Was also tun? Jeder der Bitcoin besitzt, muss nicht verkaufen, wenn er keinen Anlass dafür sieht. Wie kann nun jemand, der zu spät in Bitcoin eingestiegen ist, an Kontrolle zurückgewinnen? Indem er versucht, andere zum Verkaufen zu veranlassen und das am besten bei niedrigeren Preisen. Seitdem die Bitcoin-Futures eingeführt wurden, befindet sich Bitcoin im Abwärtstrend. Fake News werden in die Welt gesetzt. ETFs werden immer wieder verschoben. Die Kryptogemeinde gilt es zu zermürben und zum Verkaufen zu veranlassen, um Bitcoin zu zerstören oder aber um Bitcoin selbst aufzukaufen. Natürlich sind institutionelle Investoren und Spekulanten nicht für alles verantwortlich. Auch fehlenden Regulierungen lassen die einen und anderen Insider bislang noch auf dem Kryptomarkt eine goldene Nase verdienen.

Läuft es letztendlich darauf hinaus, dass Bitcoin in Zukunft als digitales Gold für einen digitalen US-Dollar hinhalten muss? Also Bitcoin als digitale Golddeckung für den US-Dollar. Beide wären “Weltwährungen” – würden demnach gut zusammenpassen. Was meint ihr?


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Responses

  1. MDMA Tablettenformat

    Sehr umfangreicher und gut recherchierter Artikel. Und die üblichen Verdächtigen kommen auch vor. Blackrock und Larry Fink. Grins* eine der schlimmsten Figuren der Finanzwelt. Und ausgerechnet er redet über Geldwäsche. Das ist wahre Realsatire. Klar würde es Fink gefallen eine weltweite, eigene Kryptowährung zu implementieren. Dann hätten sie wieder die totale Macht. Sie greifen schon danach. Keine Ahnung ob die Machtergreifung überhaupt verhindert werden kann mit Open Source Peer to Peer Produkten. Durch das viele Fiat-Kapital sind diese Konzerne so übermächtig, wie der Imperator. Dennoch gewinnt die kleine Rebellion. Aber leider nur im Film!

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  2. TheGoetz

    Ganz ausgezeichneter Artikel!! 5 Sterne natürlich! Verschieden Staaten in den USA haben ja Silber bereits wieder monetarisiert, es tut sich was gegen die kranke fiat-money-welt.
    Ich bleibe bleibe bei EM physisch, Minen-und-Rohstoffaktien und Kryptos

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