Selbst-Service-Flughäfen – ist das die Zukunft? Nein, das gibt es schon. Ihr könnt euer Gepäck selbst aufgeben, durch Grenzkontrollen ohne den Pass vorlegen zu müssen und auch beim Boarding, braucht ihr die Boardingcard nicht mehr der netten Dame oder Herrn der Fluggesellschaft vorzeigen. Wer einmal registriert ist, kann sich “reibungslos” durch den Flughafen ins Flugzeug bewegen. Von daher auch die Bezeichnung “seamless travel”.

Möglich macht das Software, Biometrie, bzw. Gesichtserkennung.

Der Dachverband der Fluggesellschaften IATA – International Air Transport Association – lässt auf seiner Webseite verlauten, dass man damit rechnet, dass sich der Trend im Luftverkehr 2037 verdoppeln könnte. Die Rede ist von 8,2 Milliarden Passagiere. China wird übrigens die Vereinigten Staaten als den größten Luftverkehrsmarkt der Welt verdrängen.

Solch ein immenses Aufkommen an Fluggästen stellt Flughäfen natürlich vor enormen Herausforderungen. Die Technologie soll es regeln.

Biometrie, bzw. Gesichtserkennung soll den Ablauf auf den Flughäfen optimieren. Was sollen wir unter Optimierung verstehen? Nun, man spricht von weniger Zeitverlust, also Prozess- Beschleunigungen, mehr Effizienz sowie mehr Sicherheit. Hinter diesen Worten steht vor allem Annet Steenbergen (IATA).

Gibt man den Namen bei Google ein Plus “IATA” erscheint im oberen Drittel der Suchergebnisse ein PDF. Der Titel des PDFs lautet: Why governments and the aviation industry have to prepare together for the next golden age of air travel. Darin steht unter anderem: “Der Einsatz der Biometrie hat zu einem Fortschritt in der Passagierbeförderung geführt, der unumkehrbar geworden ist. Von der automatisierten Grenzkontrolle bis zum Self-Service Boarding (…)” – Für mich liegt die Betonung hier auf “unumkehrbar” und “automatisiert”. Das heißt: wir können uns darauf einstellen, dass das künftig Gang und Gäbe sein wird. Was digitalisiert werden kann, wird digitalisiert und was automatisiert werden kann, wird automatisiert.

Des weiteren wird in diesem PDF von der “Wiederverwendung eines biometrischen Tokens” gesprochen. Dieser einzelne Token wird von Steenbergen auch als “One Identity” bezeichnet, also eine Identität – einmalig, einzigartig. Was können wir darunter verstehen? Einmal registriert, immer bzw. fortlaufend registriert. Also wer zum Beispiel einmal den Registrierungsprozess am Flughafen erfolgreich abgeschlossen hat, der kann ab diesem Zeitpunkt frei durchlaufen. Interessanter wäre natürlich eine globale One Identity und nicht nur eine auf Flughäfen begrenzt. Wird das noch kommen? Mit großer Wahrscheinlichkeit: Ja!

Als Beispiel nennt Steenbergen den Flughafen Aruba, auf der kleinen niederländischen gleichnamigen Karibikinsel, wo das Happy Flow Single-Token-System seit etwa einem Jahr schon im Einsatz ist: http://www.arubahappyflow.com/

Aber dabei bleibt es nicht. An dem Projekt wird weitergearbeitetDie Initiative “Gateway 2030” will die Aruba-Happy-Flow-Plattform voll ausschöpfen und im Wesentlichen ein hundertprozentigen Selbstservice-Flughafenerlebnis schaffen, das durch den Einsatz biometrischer Technologien unterstützt wird. Eben “seamless travel”.

Ein weiteres Beispiel ist der Flughafen Changi in Singapur. Dieser arbeitet mit der Software MorphoFace von Idemia: https://youtu.be/KSLdkIwt6M4.  Seit Sommer 2018 gibt es MorphoFace auch zum ersten Mal in Europa, nämlich auf dem Flughafen in Oslo (Norwegen). 

Das Ganze als Video: 

 

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Responses

  1. Zawodowiec

    Das ist die Zukunft. Ich denke, dass dieses System nicht nur an den Flughäfen funktionieren wird. Vor kurzem habe ich mir ein Programm angesehen, in dem ein Gesichtserkennungssystem vorgestellt wurde, das in Moskau funktioniert. Im Allgemeinen verwenden sie dieses System, um Kriminelle zu fangen. Vielen Dank für das Teilen dieser Nachrichten.

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  2. Infosion

    Oder man loggt sich einfach kurz mit Scatter ein .. 😉
    Sehr guter Artikel. Interessant zu wissen, dass Flughafen über so etwas nachdenken. Macht ja Sinn, um den Ablauf für alle Beteiligten so zu beschleunigen.

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